Über uns

Die Heidelberger Tafel wurde im Juli 1995 aus einer studentischen Initiative heraus als gemeinnütziger Verein gegründet und war die erste Einrichtung dieser Art in Baden-Württemberg. Sie ist Mitglied des Dachverbandes Tafel Deutschland

Die Heidelberger Tafel erhält keine staatlichen Zuschüsse. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und ist dadurch in ihrer Arbeit unabhängig.

Derzeit engagieren sich im Verein etwa 70 Mitarbeiter:innen im Alter zwischen 20 und über 75 Jahren. Dies geschieht ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis. Die Helfenden kommen aus allen sozialen Schichten unserer Stadt.

Überproduktion – Überangebot – Überfluss

Bundesweit beläuft sich die jährliche Verschwendung von Lebensmitteln auf die unglaubliche Menge von 18 Mio. Tonnen. Allein in unserer Stadt wandern täglich mehrere Tonnen Lebensmittel in den Abfall. Dabei handelt es sich um unverdorbene und zum Verzehr geeignete Waren, die aber nicht der Vorstellung der Kunden entsprichen:

  • Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern
  • Brot, das sich am nächsten Tag nicht mehr verkaufen lässt
  • Waren im Supermarkt, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeits-Datums stehen
  • Waren aus Überproduktion der Industrie

An dieser Stelle beginnt die Tätigkeit der Heidelberger Tafel. Sie nimmt unter den übrigen Tafeln im Land eine Sonderstellung ein: Als reine „Liefertafel“ verzichtet sie auf einen Tafelladen. Stattdessen holen unsere ehrenamtlichen Fahrer:innen die überschüssigen Lebensmittel bei unseren regelmäßigen Spendern (Lebensmitteleinzelhandel, Supermärkte, Bäckereien und Marktstände) ab und verteilen sie unmittelbar danach an unsere Abnehmer. Dies sind karitative Einrichtungen wie zum Beispiel Kinderbetreuungsstätten, soziale Wohngemeinschaften und Anlaufstellen für Obdachlose oder Geflüchtete.

Unsere Mitarbeiter:innen sind an sechs Tagen in der Woche mit zwei Kühlfahrzeugen auf festgelegten Touren im Heidelberger Stadtgebiet unterwegs. Im Jahr sammeln und verteilen sie auf diese Weise annähernd 150 Tonnen Lebensmittel.

Neben diesen regelmäßigen Verteilungs-Touren holen unsere Helfer:innen nach Terminvereinbarung auch gerne Spenden von Privatpersonen oder Firmen ab und geben sie an soziale Einrichtungen weiter.

Der Vorstand

Der Vorstand besteht aus:

  • Manfred Heuser – 1.Vorsitzender
  • Wolfgang Hagmann – 2. Vorsitzender
  • Barbara Zeller – Schatzmeisterin
vorstand2018
v.l.: Manfred Heuser, Wolfgang Hagmann
Barbara Zeller
Barbara Zeller

Ideen und Grundsätze

Fast zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müll, bei der Erzeugung und Verarbeitung, bei Großverbrauchern, im Handel und in Privathaushalten. Im Handel werden am Abend oft große Mengen nicht verkaufter, leicht verderblicher Produkte aussortiert. Hinzu kommen beim Transport beschädigte Produkte und Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum abgelaufen ist oder in den nächsten Tagen ablaufen würde.

Gleichzeitig gibt es in Deutschland viele Menschen, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind, auch in Heidelberg. Ende 2016 erhielten in Heidelberg 12.221 Personen soziale Unterstützung wie Grundsicherung, Wohngeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz. Das sind 7,6 Prozent der Heidelberger Bevölkerung. Etwa ein Viertel davon sind Kinder. Dies entspricht fast jedem 7. Kind unter 16 Jahren. Dazu kommen all diejenigen, die ihre Leistungsansprüche gegenüber den Behörden gar nicht geltend machen, oft aus Scham oder auch wegen fehlender Unterstützung bei der Beantragung. Diese “verdeckte Armut” wird statistisch nicht erfasst.

Hier wird die Heidelberger Tafel tätig. Ziel der Tafel ist es, qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Menschen in Not zu verteilen.

Die Tafeln in Deutschland haben sich zur Einhaltung bestimmter Grundsätze verpflichtet. Diese sind hier auf der Homepage des Dachverbands Tafel Deutschland nachzulesen. Hier ein Auszug:

  • Die Tafeln sammeln überschüssige Lebensmittel, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind und geben diese an Bedürftige ab.
  • Die Arbeit der Tafeln ist ehrenamtlich und kann – wenn möglich und notwendig – unterstützt werden durch verschieden finanzierte und geförderte Mitarbeiter.
  • Die Arbeit der Tafeln wird durch Spender und Sponsoren unterstützt.
  • Die Tafeln arbeiten unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Die Tafeln helfen allen Menschen, die der Hilfe bedürfen.

Quellen und weitere Informationen:
Tafel Deutschland: https://www.tafel.de/
Bundeszentrum für Ernährung: https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/lagern-kochen-essen-teilen/lebensmittelverschwendung/
Bericht zur Sozialen Lage in Heidelberg 2018